David Goodis

David Goodis

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Feuer in der Nacht

Feuer in der Nacht

Originaltitel: Fire in the Flesh, 1957

Roman

Inhalt

Blazer war ein Verlierer, ein Ausgestoßener, und dennoch erfüllte der Gedanke an ihn Cora mit Wärme und Zuneigung. Denn sie spürte, dass dieser Mann ein schreckliches Geheimnis hatte, dass er Hilfe brauchte, ihre Hilfe. Sie tat, was sie konnte, um ihm über die quälenden Erinnerungen hinwegzuhelfen, auch wenn sie wusste, dass es zu wenig sein würde. Denn nichts außer dem Alkohol konnte Blazer das Vergessen bringen - Alkohol und eine gefährliche Manie ...


Kommentar

Goodis drittletzter Roman lässt seine Poesie der Verlorenen noch einmal mit beklemmender Intensität aufflammen. In bitterkalten Winternächten driften seien Protagonisten durch eine nicht enden wollende Nacht, heimgesucht von ihrer Vergangenheit, eingeschüchtert von ihrer Zukunft. Mit jedem Schritt offenbart sich ein weiterer Abgrund, eine tiefsitzende Qual, die seine Figuren irgendwo zwischen Leben und Tod dahinwanken lässt. Alles beginnt mit einem verheerenden Feuer, das fünf Menschen das Leben kostet. Der Schuldige scheint von vornherein klar - der Obdachlose Blazer, bekannt als Säufer und bisher harmloser Feuerteufel. Doch während er durch das bitterkalte Philadelphia flieht, kämpft er nicht nur um seine von Wein zerfressenen Erinnerungen sondern auch um den letzten Rest seines Verstandes. Denn die tödliche Feuersbrunst war keineswegs der Anfang. Und mit jeder Begegnung offenbart Blazer ein schmerzhaftes Stück seiner eigenen Vergangenheit und ein tragisches Schicksal der anderen Anwohner. Da ist die aufopferungsvolle Cora, mit der er gelegentlich Bett und Heim teilt, deren Existenz leer und ausgelaugt ist. Der Gangster Dagget, der in dieser Nacht der Rache alles zu verlieren droht. Sein Partner McGinnis, einst die Nummer eins der Unterwelt, nun nur noch ein aufgedunsener Handlanger. Blazers einziger Freund, der Säufer Burt, der in einem Kellerloch haust. Und schließlich die zerbrechliche Leila, deren Leben vor vielen Jahren zerstört wurde. Sie alle sind miteinander verknüpft, Teil des Dramas aus Misstrauen, Versagen und Gewalt und vielleicht sogar mitschuldig am Tod der fünf Menschen.


Goodis packt hier noch einmal alles rein, was ein Roman an tragischen Figuren verkraften kann. Seite um Seite offenbaren sich dunkle Flecken in den Geschichten und Seelen seiner Charaktere, bis die Fäden, die sie im Leben halten, dünn und ausgefranst sind. Und doch streut er in diesen Mikrokosmos aus Verlorenen ein wenig Hoffnung, die Aussicht auf etwas Ruhe, inneren Frieden und vielleicht einen Hauch von Glück.


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