David Goodis

David Goodis

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Black Friday

Schwarzer Freitag

Originaltitel: Black Friday, 1954

Anthologie

Inhalt

Winter in Philadelphia - Schnee und Eis halten die Stadt im Würgegriff. Eine schlechte Zeit, um auf der Flucht zu sein. Noch schlechter, wenn man wegen Mordes gesucht wird. Hart, bis vor kurzem noch Besitzer einer Jacht, hat nun nichts mehr außer den Klamotten am Leib. So driftet er durch die abweisende Stadt, mit dem vagen Ziel, sich ins Ausland abzusetzen. Doch ohne Geld ist das nur ein unerfüllbarer Traum.

Als er in einer Seitengasse Zeuge einer Schießerei wird und dem Opfer zu Hilfe eilt, drückt ihm der sterbende Mann eine Brieftasche mit $11.000 in die Hand. Ehe Hart Zeit zum Nachdenken hat, ist er schon auf der Flucht vor den Todesschützen. Zwar gelingt es ihm, das Geld zu verstecken und einen der Verfolger zusammenzuschlagen, doch die beiden Killer kassieren ihn schließlich ein. Ihr Anführer ist ein Mann namens Charley, ein harter und skrupelloser Gangster. Im Glauben, ihr Gefangener sei ebenfalls ein professioneller Verbrecher, gewähren sie ihm Unterschlüpf bei sich. Eingepfercht in einem kleinen Häuschen warten sie darauf, ein ganz großes Ding durchzuziehen. Hart bleibt am Leben, so lange er den Berufsverbrecher mimen kann. Doch das ist gar nicht so einfach, als er sich auf eine Romanze mit Charleys Geliebter einlässt. Bis zum Stichtag sind es noch ein paar Tage, der ist allerdings ein Freitag … der 13.


Kommentar

Ein harter Noir-Roman, nicht so sehr im Sinne von brutaler Gewalt (wobei Goodis hier in schon fast grotesker Art einer Leiche entsorgen und Wachhunde ihre Arbeit tun lässt), sondern in den zwischenmenschlichen Untertönen der Hauptfiguren. Hart, der Mörder, der alles bis auf sein Leben aufgegeben und verloren hat. Charley, der alternde Gangster - so kalt wie der Winter in Philadelphia. Seine drei Partner und die beiden Frauen Frieda und Myrna. Sie alle halten sich versteckt in einem Wohnhaus, eingeschlossen nicht nur durch die beißende Kälte, sondern vor allem durch ihr gegenseitiges Misstrauen. Während der eisige Wind an den schlecht isolierten Fenstern rüttelt, entspinnt sich ein komplexes Gefüge zwischen den Figuren. Konzentriert auf engstem Raum stoßen da Liebe und Hass, Hoffnung und Verbitterung, Mitgefühl und Kaltherzigkeit aufeinander. Eine explosive Mischung, deren Lunte mehr als einmal anfängt zu brennen und nur mühsam gelöscht werden kann. Die Verlierer - denn solche sind es, wie fast immer in Goodis' Geschichten - drehen sich umeinander, beäugen sich misstrauisch, bemüht, ihrem Leben zu entkommen und dennoch in der vagen Ahnung, dass ihnen ein schwarzer Freitag bevorsteht.


Der zweite Teil des Bandes besteht aus einer Auswahl an Kurzgeschichten aus der immensen Masse, die Goodis im Laufe seiner Karriere herausgehauen hat. Sie passen sich großteils nahtlos in die typisch Pulp-Kost der Groschenheftchen ein. Abenteuergeschichten, überdreht knifflige Kriminalfälle (mit Goodis' einzigem Beinahe-Serienhelden, dem Bullen Rico) und dann am Ende drei kurze Reißer, die noch einmal sein ganzes Können zeigen.


The Dead Laugh Last

Come To My Dying!

It's A Wise Cadaver

The Time Of Your Kill

Never Too Old To Burn

The Plunge

Caravan to Tarim

The Blue Sweetheart

Professional Man

Black Pudding

Man Without A Tongue

The Case Of The Laughing Queen


Mehr zum Autor

David Goodis - Biographie, Bibliographie