David Goodis

David Goodis

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The Wounded and the Slain

The Wounded and the Slain

Originaltitel: The Wounded and the Slain, 1955

Roman

Inhalt

Das Leben des Versicherungsmannes James Bevan und seiner Frau Cora ist eine einzige Qual. Nach ein paar Jahren Ehe hat sich ihre Beziehung vollkommen abgekühlt. Cora ist frigide, James frustriert und ertränkt seinen Kummer in Alkohol. Ein Urlaub auf Jamaika soll sie wieder auf die rechte Bahn bringen, doch in Kingston wird alles nur noch schlimmer. Der Suff hat Bevan fest im Griff und treibt ihn immer weiter von seiner Frau fort. Und die sucht Schutz in den Armen eines anderen Mannes. Nur dass sie auch dort kein Glück erwarten wird, denn zu stark wird sie von einem schockierenden Kindheitserlebnis gequält. Als Bevan eines Nachts ins Slumviertel aufbricht, um sich voll zu schütten, geraten die Dinge völlig aus dem Ruder. Er tötet einem Mann in Notwehr und flieht, wird aber bald darauf von einem Fremden erpresst, der alle Beweise zu Bevans Ungunsten manipuliert hat.


Kommentar

Es kann jedem passieren - das ist der Unterton einer klassischen Goodis-Novelle. Keine hochtrabenden Gangster, keine High Society-Typen, die in Bedrängnis geraten, keine toughen Privatdetektive, die sich mit Fäusten einen Weg aus den Problemen bahnen. Der Typ von nebenan, der kleine Gauner, das durchschnittliche Ehepaar - die Verlorenen, Hoffnungslosen, sie sind es, die einen Goodis-Roman bevölkern. Die durch unglückliche Umstände, aber vor allem durch eigene Unfähigkeit die Hölle finden. Und zwar nicht irgendeinen mystischen Ort, sondern die Welt da draußen.

An ihnen selbst liegt es, sich dieser Hölle zu entziehen, das letzte bisschen Stolz und Mut zusammenzukratzen, um dem Suff, der Armut, den eigenen Dämonen zu entgehen. Oder daran zu scheitern. Das Leben danach wird nicht das Paradies. Aber es ist das einzige, was sie haben - ihr Leben.

The Wounded and the Slain ist genau eine solcher Pfad zur Erlösung - jeder Meter Weg ist mit Klingen bestückt, die den Protagonisten das Fleisch von den Knochen schneiden, bis sie nackt und bloß an die Grenzen ihres Daseins stoßen. Erkennen, was sie sind - was sie nicht sind - und damit leben … oder daran verrecken. Goodis beleuchtet dabei beide Protagonisten, offenbart in ihnen Abgründe, die sie nur um so menschlicher erscheinen lassen. Verliert dann gegen Ende etwas die Spur, bleibt zu eng bei James Bevan, während Cora nur noch einmal zu ihrer eigenen Läuterung herangezogen wird. Man muss es mögen, dieses Durchlesen der inneren Tortur. Kein Psychokillergequatsche, nicht einmal viel Psychoanalyse. Reine Durchschnittsmenschenhöllenqualen.


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